Fahrscheinloser ÖPNV

Veranstaltung Fahrscheinloser ÖPNV – Gerwald Claus-Brunner und Christian Thomae in Echterdingen

Die Gemeinden auf den Fildern haben ein großes Problem: Täglich quälen sich
zehntausende Pendler auf den Fildern und erzeugen Lärm, Dreck und Kosten für den
ständigen Ausbau der Verkehrswege. Die geplanten Umbaumaßnahmen am Flughafen im
Zuge von Stuttgart21 (Filderbahnhof) sind nicht nur unglaublich teuer, sondern sie
verschlechtern mit dem Mischverkehr in Leinfelden-Echterdingen auch die angespannte
Situation im öffentlichen Personennahverkehr.
In diesem Umfeld zeigte der Diskussionsabend zum Thema „fahrscheinloser Nahverkehr“ am
8. Juni 2013 in der Zehntscheuer in Echterdingen neue Wege auf.
In dem trotz sommerlichen Temperaturen gut gefüllten Bürgersaal der Zehntscheuer in Echterdingen startete
die Veranstaltung fast punktlich um 19.05 Uhr.
In einem Impulsvortrag führte MdA Gerwald Claus-Brunner (PIRATEN) in den Abend ein.
Daran anschließend zeigte Christian Thomae (PIRATEN) was für Vorteile der Fahrscheinlose
ÖPVN für die Region Stuttgart hat und wie die Finanzierung möglich ist.
Der Bundestagskandidat der Grünen Matthias Gastel ergänze mit seinen Gedanken den Abend.
Durch den Abend führte der Filderpirat Ingo Mörl.
Nach den beiden Implusvorträgen wurde noch ausgiebig über die
Thematik des fahrscheinlosen Nahverkehrs diskutiert.

Nahverkehr in Stuttgart: Mehreinnahmen durch günstigere Tickets möglich

Nikolai Kliewer, Spitzenkandidat der Stuttgarter Piraten zur RegionalwahlNikolai Kliewer, Spitzenkandidat der Stuttgarter Piraten zur Regionalwahl

Nikolai Kliewer, Spitzenkandidat der Piratenpartei bei der Regionalwahl erklärt:

»Dass eine massive Senkung der Ticket-Preise, wie von den PIRATEN gefordert, ein finanzieller Erfolg sein kann – im ersten Moment mag das absurd klingen. Dahinter aber steckt ein Konzept, dass sich in angepasster Form auch auf Stuttgart übertragen lässt und einen geeigneten Weg in Richtung eines fahrscheinlosen Nahverkehrs darstellt.

Vor zwei Jahren hat die Stadt Wien den Preis der Jahreskarte von ursprünglich 449 auf 365 Euro gesenkt. Das Ticket gilt für die Zone 100 im Verkehrsbund Ost-Region mit 1,8 Millionen Einwohnern. Zum Vergleich: Das VVS-Jahresticket für die Zonen 10 und 20 mit etwa 640.000 Einwohnern kostet mit 785 Euro mehr als das Doppelte bei einem viel kleinere Einzugsgebiet. Der Nahverkehr im Großraum Stuttgart ist für die Fahrgäste also ein sehr teurer Spaß.

Die 365-Euro-Jahreskarte wiederum ist voll und ganz gelungen. Die Zahl der Jahreskartenbesitzer hat sich seit der Einführung von 341.000 (2011) auf 600.000 (2014) nahezu verdoppelt, das Projekt ist also auch ein finanzieller Erfolg. Die absolut Zahl der Fahrgäste ist von 875 Millionen (2011) auf 900 Millionen (2013) dagegen nur leicht angewachsen, wiederum hat die Gelegenheitsnutzung deutlich zugenommen und die Wiener Linien konnten ihren Kundenkreis erweitern.

Von diesem Erfolgsmodell kann auch Stuttgart so einiges lernen. Die ständig wachsenden überproportional hohen Ticketpreise laden nicht gerade dazu ein, freiwillig auf das Auto zu verzichten oder sich auch als Gelegenheitsnutzer ein Jahresabo anzuschaffen. Hier bleibt ein enormes Potential ungenutzt, den Straßenverkehr zu entlasten und neue Kunden für den Nahverkehr zu gewinnen. Einhergehen muss das ganze freilich mit einer deutlichen Vereinfachung des aktuellen Tarifzonenmodells.

Die von uns geforderten Maßnahmen sind darüber hinaus Teil des Prozesses zur Einführung eines fahrscheinlosen Nahverkehrs für Stuttgart